Wozu braucht mein Boxer Papiere ?

 

 

Wozu braucht mein Boxer Papiere ?

 

Wer einen Boxer möchte, steht vor wichtigen Entscheidungen.

Soll es ein Mix sein oder ein Boxer mit Ahnentafel?

Braucht er Papiere, wenn er nur Familienhund sein und nicht auf Ausstellungen gehen sollen ?

Viele Hundekäufer legen keinen Wert auf eine Ahnentafel.

Auf Nummer sicher gehen jedoch nur die Welpenkäufer, die auf korrekte Papiere achten.

Sie können erstens den Stammbaum ihres Hundes zurückverfolgen- mit etwas Erfahrung lässt sich dadurch einiges über die Gesundheit der Vorfahren sagen.

Wer ordentliche Papiere in der Hand hält, der läuft nicht so leicht Gefahr,

von einem Hunde- vermehrer oder Hundehändler, der viel zu junge Billigwelpen aus dem Ausland importiert, hereinzufallen.

Papiere sind eine Art Rückversicherung und Möglichkeit, unseriösen Züchtern das Handwerk zu legen.

Wer mit seinem Boxer später züchten oder Ausstellungen besuchen möchte, der braucht sie sowieso.

Aber auch für Familienhundehalter sind Papiere keinesfalls wertlos.

Dabei sollten Sie wissen, dass Ahnentafel nicht gleich Ahnentafel ist.

Diese lässt sich auch mit relativ geringem Aufwand erfinden oder fälschen.

Klangvolle Namen allein heißen gar nicht`s !

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der geht zu einem seriösen - Züchter bzw. zu einem Zuchtverband.

Über 250 Hunderassen werden in den Zuchtvereinen betreut und unter Kontrollen gezüchtet.

 Züchter unterziehen sich den Richtlinien des Verbandes.

Der Abstammungsnachweis, den Sie mit dem Stammbaum bekommen, enthält den Nachweis über die Vorfahren eines Rassehundewelpen.

Welpen von Züchtern, die einem Rassehundezuchtverein angehören, werden alle samt Zwingernamen im Zuchtbuch eingetragen.

Die Ahnentafel Ihres Welpen ist der Auszug aus dem Geburtsregister, also dem Zuchtbuch eines anerkannten Rassehundezuchtvereines.

Damit der Züchter eine Ahnentafel für seine Welpen bekommt, muss er Richtlinien einhalten und Auflagen erfüllen.

Kontrolliert wird das von einem Zuchtwart oder Tierarzt.

Jeder Züchter der Welpen mit Papieren eines anerkannten Zuchtverbandes verkauft, wird von diesem ausgebildeten Zuchtwart oder Tierarzt besucht.

Dieser behält die Zuchtstätte im Auge und führt die Wurfabnahme durch, bevor die Welpen an ihre Halter übergeben werden.

 

Boxer ohne Papiere besonders günstig oder:

Warum sollte ich einen Boxer mit Papieren vom seriösen Züchter kaufen?

Ein scheinbar rassereiner 8 Wochen alter Boxer ohne Papiere (in Wirklichkeit aber erst 5-6 Wochen) für „nur“ 300,- bis 500,- Euro scheint ein echtes Schnäppchen, wenn man bei einem seriösen Züchter für einen 10 oder 12 Wochen alten Welpen 1.000,- bis 1.800,- Euro bezahlen soll.

Aber ist es wirklich so „günstig“???

1) Mit 6 Wochen ist die die Sozialisierung über die Mutter, Geschwister und sonstige Mitbewohner noch lange nicht abgeschlossen. Dazu gehört – wie bei einem Menschenkind auch – mehr, als nur essen und schlafen. Wie verhalte ich mich in der Gruppe, wie in ungewohnten Situationen im alltäglichen Leben, wie beim Weg zum Tierarzt und noch vieles, vieles mehr. All dies lernt der Welpe erst, wenn er älter als 6 Wochen ist.

2) Mit 6 Wochen kann der Welpe höchstens einmal geimpft sein, wenn überhaupt – alles andere macht keinerlei Sinn und auch Impfungen kosten Geld, die Sie auf die 400,- Euro drauf rechnen müssen. Schauen Sie ruhig genau in den Impfpass und lassen sich erklären, was dort steht – wenn Sie einen Impfpass zu Ihrem „Schnäppchen“ bekommen.

3) „Einen Stammbaum brauche ich doch nicht!“ – Doch, am Ende brauchen Sie den Stammbaum, denn nur er belegt, dass dieser Mops wirklich rasserein ist. Ansonsten kann sich durchaus der Nette Nachbars Mix verewigt haben und Sie bezahlen viel Geld für einen Mischling, von dem jemand behauptet, er sei rasserein. Nur diese Rassereinheit ist auch der Garant für das typische Aussehen und den typischen Charakter des Boxers.

4) Ferner belegt der Stammbaum, dass sich der Züchter Kontrollen seines Vereins unterwirft und seine Hündinnen nicht als Gebärmaschinen missbraucht werden.

5) Und noch viel wichtiger: Ein zu hoher Inzucht- und Inzestgrad beim Boxerkind wird durch die Vereinskontrolle vermieden, denn - genau wie beim Menschen - können diese zu engen Verpaarungen schuld an einem schlechten Immunsystem und anderen Erkrankungen sein.

6) Wurde Ihr Welpe entwurmt? Auch wenn scheinbar keine Würmer zu sehen sind, machen prophylaktische Entwurmungen durchaus Sinn, da über die Mutter auch scheinbar „unsichtbar“ Wurmeier an die Kinder mit der Muttermilch weiter gegeben werden können. Entwurmungen kosten auch wieder Geld – das sie auf Ihren Kaufpreis aufschlagen sollten, wenn Ihr Boxerchen noch nicht entwurmt wurde.

7) Ein Welpe fängt mit ca. 5-6 Wochen an, so richtig wie ein Scheunendrescher zu fressen – jetzt werden die Kleinen im Unterhalt erst mal teuer. Ein seriöser Züchter ist selbstverständlich gewillt, Welpenfutter zu kaufen oder gar dies selbst herzustellen, damit der Welpe weiter bei seiner Familie gut sozialisiert werden kann. Nehmen Sie den kleinen Boxer mit 6 Wochen zu sich, bezahlen Sie diese Hochphase der Futterverwertung aus Ihrer Tasche und außerdem verpasst der kleine Kerl die Sozialisierung in der Familie!

8) Seriöse Züchter packen meistens Startpakete für ihre Boxerbabys, um den Kleinen den Umzug im Alter von 8 bis 16 Wochen so einfach wie möglich zu machen – im Kaufpreis inklusive ist also die Sorgenfreiheit, dass das Boxerchen nicht wegen zu schneller Futterumstellung womöglich Bauchweh und Durchfall bekommt. Weiters stehen sie ihnen rund um die Uhr mit Rat und Tat zur Seite.

9) Kurz zusammengefasst: Momentan scheinbar viel gespartes Geld kann später sehr teuer werden. Lieber ein wenig länger sparen und am Anfang mehr bezahlen, aber dafür gute Betreuung durch den Züchter und ein gut sozialisiertes mit Boxerchen einer glücklichen Kindheit.

Sollten Ihnen diese Gründe alle noch nicht reichen, kaufen Sie ruhig ein billiges Schnäppchen ohne Papiere – aber sagen Sie bitte nie mehr „wenn ich das gewusst hätte“, wie es leider schon viele vor Ihnen getan haben, die im Vorfeld nicht so ausführlich informiert wurden!

Damit mehr Menschen mehr Wissen und Verständnis bekommen zugunsten unserer knautschigen Freunde.

Ein Text, der Ihnen ersparen soll, womöglich aus eigener leidvoller Erfahrung irgendwann sagen zu müssen „Hätte ich das gewusst, dann...“.

 

Ein ZÜCHTER

ist jemand, dem durstet es nach Wissen und doch weiß er, dass er nie alles wissen wird. Er ringt mit Entscheidungen zwischen Vernunft, Herz u. Verpflichtung.

Ein ZÜCHTER
 opfert persönliche Interessen, Finanzen, Zeit, Freundschaften, kostbare Möbel und wertvolle Teppiche. Er tauscht eine Luxusreise gegen eine Ausstellung und das Erleben seines Rudels.

Ein ZÜCHTER
 verbringt Stunden ohne Schlaf um eine Paarung zu planen, oder um mit Anspannung auf die bevorstehende Geburt zu warten und hinterher über jedes Niesen, Krabbeln u. Quietschen zu wachen.

Ein ZÜCHTER
 verzichtet auf ein Galadinner, eine ach so tolle und "wichtige" Ausstellung usw., weil eine Geburt bevorsteht, oder die Welpen um 8 Uhr gefüttert werden müssen. Er übersieht die Geburtsflüssigkeit, setzt seinen Mund auf den schwachen Welpen, um im wahrsten Sinne des Wortes dem hilflosen Neugeborenen das Leben einzuhauchen - denn er ist die Verwirklichung seiner Träume.

Der Schoß des ZÜCHTERS
 ist ein großartiger Platz, auf dem Generationen von stolzen und edlen Hunden die mehr als "schön sein" können, schlummern.

Des ZÜCHTERS
 Hände sind stark, fest und oft schmutzig und doch wiederum sensibel für das Stupsen einer kleinen, nassen Welpennase.

Des ZÜCHTERS
Rücken und Knie schmerzen vom Bücken über die Wurfkiste und vom Hocken in ihr. Doch sind sie stark genug, seine Hunde und deren Nachwuchs auf der Ausstellung zu führen oder im Schutzhundesport, Agility,  Obendiece usw. zu trainieren.

Der Rücken des ZÜCHTERS

 ist oft krumm und buckelig von der Niedertracht mancher Mitmenschen, die meinen über seine Hunde und ihn Lügen verbreiten zu müssen, und doch ist er breit und stark genug, tausende solcher Lügen mit einem stolzen Lächeln zu ertragen.

Die Arme eines ZÜCHTERS
sind stark genug, gleichzeitig zu wischen, einen Arm voller Welpen zu tragen und eine Hand dem Anfänger zu leihen.

Die Ohren des ZÜCHTERS
 sind seltsame Gebilde; manchmal rot vom Gerede, manchmal flach vom Telefonhörer, manchmal taub von Kritik und dann wieder hellhörig für das Winseln eines kranken Welpen.

Die Augen des ZÜCHTERS
 sind trübe vom Studieren der Ahnentafeln, manchmal blind gegenüber den Fehlern anderer und doch so scharf in der Wahrnehmung der eigenen Fehler. Sie sind immer auf der Suche nach der perfekten Spezies.

Das Gehirn des ZÜCHTERS 
 ist manchmal getrübt vor Gesichtern und doch kann es eine Ahnentafel oder Geschichten über seine geliebten Hunde und Welpen schneller wiedergeben als ein Computer. Es steckt voller Wissen, das er jederzeit auch anderen großzügig zur Verfügung stellt.

Des ZÜCHTERS
 Herz ist oft gebrochen, aber immer voller Hoffnung - und es sitzt am rechten Fleck.


Oh ja - es gibt solche ZÜCHTER, und es gibt auch Züchter die ...........

 


( Verfasser u. Autor unbekannt )

 

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